Hobbypsychologie

In der Frauenzeitschrift Brigitte fanden sich in einem Artikel vom 25. Februar 2016 sieben Fallen, in die Freizeitpsychologen tappen können, denn einerseits muss man zwar nicht Psychologie studiert haben, um eine Meinung zu für andere Memschen sensiblen Themen zu haben, aber nicht jedes Gespräch tut dem anderen auch gut, denn Ratschläge, die man als Hobbypsychologe in solchen Gesprächen anderen gibt, beziehen sich oft auf Schwächen, mit denen man selbst zu kämpfen hat, d. h., man projiziert diese auf den Anderen. Hobby- und FreizeitpsychologInnen sollten sich daher immer bewusst sein, dass sie nicht neutral sind und vor allem auch nicht Psychologie studiert haben, was erst die notwendige Distanz verschafft, anderen wirklich bei Problemen helfen zu können.

  • Man kann in seiner Beurteilung immer auch falsch liegen, denn jeder Mensch ist anders und jeder Mensch hat andere Probleme, weshalb Pauschaltipps  nicht jedem helfen können.
  • Aus der Ich-Perspektive sprechen: Da Hobbypsychologen sich nie völlig in die Gefühlswelt anderer einfühlen können, sollten ihre Ratschläge klar aus der Ich-Perspektive formuliert werden, denn das gibt dem anderen die Möglichkeit, selbst abzuwägen, was er davon annehmen möchte oder nicht. Alles andere geht in die Richtung Manipulation.
  • Vorsicht vor Stigmatisierung, denn bei der Benennung von Problemen sollte man vorsichtig sein, da eine Diagnose nur ein Facharzt stellen kann und das den Gesprächspartner in diesem Moment abwertet, weil bestimmte Begriffe wie Depressionen negativ besetzt sind. Wer tatsächlich ernsthaft besorgt ist, sollte den anderen ermutigen, das Gespräch mit einem Experten zu suchen, aber nicht die Stimmung noch weiter in den Keller treiben.
  • Wer Ratschläge gibt, muss auch Ratschläge annehmen können, denn wer gernw andere Menschen analysiert, muss auch annehmen können, dass man selbst unter die Lupe genommen wird.
  • Sich nicht über den anderen stellen, denn Ratschlag von oben herab erteilen führt nicht dazu, dass andere Vertrauen aufbauen kann. Außerdem ist es ein Zeichen von Respekt, dem Gesprächspartner auf Augenhöhe zu begegnen.
  • Nicht zu schnell urteilen, denn kein Therapeut würde sich die Probleme seiner KlientInnen anhören und nach drei Sätzen bereits unterbrechen. Obwohl man vielleicht wirklich häufig ähnlich gelagerte Probleme hört, sollte man auch im Privatleben nicht vergessen, dass es Zeit und Geduld braucht, um einen anderen Menschen wirklich zu verstehen.
  • Den anderen sprechen lassen, denn häufig brauchen diese Menschen gar keinen Rat, sondern sie möchten ihre Enttäuschung einfach nur erzählen dürfen. Daher sollte man in Lücken schweigen, wenn der Gesprächspartner eine Pause macht, und ihn nicht unterbrechen. Danach öffnet der andere oft sein Herz, weil er Zeit hatte, seine Gedanken zu sammeln.





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