Psychologie des Wohlbefindens – Pursuit of Happiness
28. Juli 2008 – 13:42
Ed Diener (University of Illinois) schrieb 1984 den Artikel “Subjective Well-Being” im Psychological Bulletin und schuf damit eine Grundlage für die Psychologie des Wohlbefindens (“Pursuit of Happiness”). Seither beschäftigen sich die Wissenschaftler dieser Disziplin sich mit der Lebenszufriedenheit und den Faktoren, die glücklich machen. Dabei unterscheidet man zwischen aktuellem Wohlbefinden und “habituellem Wohlbefinden”, also zwischen momentaner und längerfristiger Lebenszufriedenheit.
Ein wesentlicher Faktor des Wohlbefindens ist der individuelle “Set-Point”, der Sollwert, der zumindest zum Teil genetisch bedint. David Lykken und Auke Tellegen (University of Minnesota) fanden in Studien mit getrennt aufgewachsenen eineiigen Zwillingen, dass deren Lebenszufriedenheit relativ ähnlich war, auch wenn sie in vollkommen unterschiedlichen sozialen Umwelten aufgewachsen waren.
Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass sich der seelische Sollwert im Laufe des Lebens auf Grund emotional einschneidender Ereignisse auch dauerhaft verändern kann. Durch schwere emotionale Krisen kann sich dieser Sollwert allerdings dauerhaft in den Negativbereich verschieben. Maike Luhmann und Michael Eid (FU Berlin) zeigten, dass sich bei mehrfachen Auftreten von starken emotionalen Ereignissen, etwa mehrmaliger Arbeitslosigkeit oder mehreren Schicksalsschlägen, der Level der Lebenszufriedenheit sehr stark ins Negative verschieben kann. Nach nur einem kuzzeitig wirksamen positiven oder negativen Gefühlserleben kehren aber die meisten Menschen auf ihren “normalen” Wohlbefindlichkeitsstand zurück.
Aber es gibt folgerichtig auch Möglichkeiten, das eigene Wohlbefinden positiv zu beeinflussen. Mit folgenden Strategien kann man aber sein Wohlbefinden steigern kann:
- Ziele verfolgen, die man persönlich sehr wertschätzt;
- sich positiven Aspekten des Lebens öffnen;
- sich aktiv für andere Menschen einsetzen und ihnen helfen;
- soziale Kontakte pflegen und
- positive Gefühle anderen gegenüber ausdrücken und kultivieren.
Sonja Lyubomirsky (University of California Riverside) wies nach, dass glückliche Menschen länger leben, gesünder, kreativer, produktiver und beruflich erfolgreicher sind, sich gesellschaftlich stärker engagieren und befriedigende soziale Beziehungen haben.