Soll ich Psychologie studieren?

Speziell für die Universität Zürich wurde ein Test entwickelt, um in Form eines Online-Self-Assessment herauszufinden, wie gut die eigenen Erwartungen zu einem Psychologiestudium wirklich passen. Hintergrund dieses Tests ist eine neue Form der Studienberatung bzw. eine Orientierungshilfe zu bieten, denn es gibt in Zürich aber auch an anderen Universitäten im deutschen Sprachraum hohe Abbruchraten – mancherorts bis zu 50 Prozent im ersten Studienjahr. Viele Studienanfänger bringen für das Studium der Psychologie falsche Vorstellungen mit, denn so glaubt etwa die Hälfte, gleich nach dem Studium selbständig Therapien durchführen zu können. Man hofft durch diesen Test, dass weniger Neulinge ihr Studium abbrechen bzw. überhaupt erst aufnehmen, und dass sie schon bei der Entscheidung für ein Studium der Psychologie besser informiert sind, nicht mit falschen Erwartungen starten, abbrechen und damit ein ganzes Studienjahr verlieren.

Dazu Studenten im Originalton: „Wenn Du glaubst Psychologie zu mögen, aber keine oder nur sehr mangelhafte Statistikkenntnisse hast, dann hast Du möglicherweise eine falsche Vorstellung von Psychologie. Damit stündest Du nicht allein dar. Ich schätze, dass dies für circa 50 % aller Studienanfänger in Psychologie gilt. Viele von ihnen verzweifeln an der Statistik und fallen folglich durch die Methoden-Prüfung. Psychologie ist eine harte, empirische Wissenschaft. Mit Lebenshilfe, Philosophie oder Psychoanalyse hat das Psychologiestudium, bis auf seltene Ausnahmen, nicht mehr zu tun als das Physikstudium.“ – „Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass Psychologie ein mathematisch-naturwissenschaftliches Fach ist, in dem es einerseits um formale (nicht zuletzt mathematische bzw. mathematisch formulierte) Methoden des Messens geht, und andererseits um die Überprüfung von Hypothesen über Gesetzmäßigkeiten des Erlebens und Verhaltens, heute mit großen Bestrebungen dies auf eine biologische insbesondere hirnphysiologische also neurowissenschaftliche Grundlage zu stellen. Vielfach sind Studierende vom Studium der Psycholgie sehr enttäuscht und frustriert.“ – „Psychologie ist ein sehr aufwändiges Studium und die Abbrecherquote ist hoch. Insgesamt muss man sagen, dass der Hauptgrund nach wie vor in nicht ausreichender Information über Studium und Beruf liegt, insbesondere in Abgrenzung zu anderen Fächern (Medizin, Pädagogik/Sozialpädagogik, Soziologie, Kulturanthropologie, Philososophie usw.). Auch wer mit Mathe nichts anfangen kann wird mehr als schwer haben dieses Studium zu überstehen. Der Lernaufwand wird häufig grob unterschätzt. Man trifft unter den Neuanfängern immer wieder auf Leute, die sich für Psychologie eingeschrieben haben, weil sie denken, man hätte damit 5 Jahre lockeres Studentenleben gewählt und können anschließend eine hübsche Couch kaufen und hätten für den Rest des Lebens ausgesorgt. Diese Leute merken schon nach wenigen Wochen, dass dies eine absolute Fehleinschätzung ist. Psychologie und das Berufsfeld für Psychologen besteht bei weitem nicht nur aus der klinischen Psychologie. Man sollte offen sein, die verschiedenen Teilbereiche kennenzulernen. Nimm unbedingt an Kongressen (z.B. am jährlich stattfindenden Psychologiestudierenden-Kongress vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen, BDP) und Infoveranstaltungen teil und nutze die Zeit in den Semesterferien für Praktika.“

Das Self-Assessment Psychologie ist ein Kooperationsprojekt der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW und der Universität Zürich. Allen MaturantInnen und AbiturientInnen, die ein Psychologie-Studium anstreben, ist dieser Test sehr zu empfehlen, denn der Test hilft, die eigenen Interessen und Fähigkeiten besser kennen zu lernen und sich mit den Studienanforderungen des Studiengangs Psychologie vertraut zu machen.

Informationen zum Beruf des Psychologen findet sich in den Arbeitsblättern: Die Wissenschaft Psychologie.

Link: http://self-assessment.ch/ (13-08-10)

Hinweis: Auch die Universität des Saalandes bietet einen Erwartungscheck, mit dem man überprüfen kann, wie zutreffend die Erwartungen an den Studiengang Psychologie sind. Auch dort erhält man eine individuelle Rückmeldung und Informationen, die helfen kann, ein realistisches Bild von den Studieninhalten, den gestellten Anforderungen und den späteren Berufsmöglichkeiten zu entwickeln.

Link: http://web.visu.uni-saarland.de/interessentest_neu/psychologie/ (12-09-21)

Psychologiestudium in Österreich

Um einen Platz für das Psychologiestudium zu bekommen, muss an allen österreichischen Universitäten ein Aufnahmetest absolviert werden. Die Tests in Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck finden jeweils am gleichen Tag statt und sind auch vom Aufbau und Inhalt identisch. Dabei sind Vorbereitungskurse eine bewährte und effiziente Art des Trainings für die anspruchsvolle Psychologie-Aufnahmeprüfung, wobei meist in Kleingruppen gelernt wird. In solchen Kursen erfolgt eine Auseinandersetzung mit allen prüfungsrelevanten Inhalten für das Aufnahmeverfahren, wobei dabei auf die im Test abgefragten Kapitel der Fachliteratur (Gerrig & Zimbardo, 2008), Beispiele zum formal-analytischen Denkens sowie auf die Bearbeitung von englischen und deutschen Fachtexten für den Textverständnis-Teil eingegangen werden sollte.

In solchen Kursen besteht auch die Möglichkeit, offene Fragen zu klären, den Stoff gemeinsam durchzuarbeiten und Tipps und Tricks zur optimalen Bearbeitung der Beispiele im Methodikteil zu erhalten. Um den aktuellen Leistungsstand überprüfen zu können und ein Gefühl dafür zu bekommen, was den Bewerber bzw. die Bewerberin beim Aufnahmetest erwartet, wird im Kurs in der Regel ein Probetest durchgeführt, ausgewertet und nachbesprochen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Prüfungsinhalten steigt die Wahrscheinlichkeit, einen der begehrten Studienplätze für das Bachelorstudium Psychologie an einer österreichischen Universität zu bekommen.


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