Phylogenese

Phylogenese beschreibt die Stammesgeschichte bzw. die Stammesentwicklung, dh. die Entwicklung einer Art von Lebewesen. Der Begriff umfasst nicht nur die Evolution der Stämme sondern auch der Verwandtschaftsgruppen, den Taxa.

1.Definition
Die Entwicklung einer Art oder eines Stammes von Lebewesen (Stammesgeschichte), im Unterschied zur Entwicklung eines einzelnen Individuums (→ Ontogenese) (vgl. Brunner & Zeltner 1980, S. 437)

2.Definition
Das Interesse der Paläoanthropologie richtet sich primär auf die Phylogenese, also auf die Stammesentwicklung und Evolution des Menschengeschlechts. Bei der Rekonstruktion der Phylogenese des Menschen bedient sich die Paläoanthropologie der Methoden der Prähistorie, der Archäologie, der Kulturanthropologie und der philosophischen Anthropologie Sie gräbt aus, setzt Menschen- und Kulturfunde zusammen, vergleicht diese und zieht daraus Schlussfolgerungen auf die Entstehung und Entwicklung der Menschheit, ihrer verschiedenen Kulturen und möglicherweise auch in bezug auf die Bestimmung des Menschen in dieser Welt (vgl. Kron 1988, S. 166f)

3.Definition
Phylogenese, Phylogenie (gr. phyle = Stamm), Stammesgeschichte/Stammeslehre (vgl. Dorsch 1976)

4.Definition
Ferner gibt die stammesgeschichtliche Entwicklung des Menschen (Phylogenese) wichtige Hinweise auf die gewachsene Lernfähigkeit des Menschen. Insgesamt ist es für das Überleben des neugeborenen Menschenkindes notwendig, die zeitlich begrenzten Lernprozesse seiner Ontogenese (als Individuum) „ an die bislang unbegrenzt akkumulierbaren phylogenetischen Lernprozesse (der Gattung) zum Zwecke des Überlebens“ anzukoppeln (Treml 1987, 64). Einfacher formuliert heißt das, wir als einzelne profitieren vom tradierten und selektierten Wissen aller vorigen Generationen, um zu überleben; und bleibt nur die Chance, nicht den Genen zu vertrauen, sondern einem Lernen, das die Gene überschreitet (vgl. Gudjons 1999, S. 179).
5. Definition
Die Phylogenese (gr.: φυλογένεση – „Stammesentwicklung“, aus φῦλον (neugr. Aussprache: fílon) – Stamm, Geschlecht und γéνeσiς, (jénnissi) – Geburt, Entstehung) ist die stammesgeschichtliche Entwicklung (biologische Evolution) der Lebewesen im Verlauf der Erdgeschichte. Der Gegensatz dazu ist die Ontogenese.
Der Begriff ist nicht nur auf die Evolution von biologischen Stämmen begrenzt, sondern schließt die Entwicklung der natürlichen Verwandtschaftsgruppen, den Taxa, auf allen Ebenen der Systematik ein. Er wird auch verwendet, um die Evolution einzelner Merkmale im Verlauf der Entwicklungsgeschichte zu charakterisieren (vgl. www.wikipedia.org, 24-10-2007)

Literatur
Brunner, R. & Zeltner, W. (1980). Lexikon zur Pädagogischen Psychologie und Schulpädagogik. München: Verlag Ernst Reinhardt GmbH & Co.
Kron, F. W. (1988). Grundwissen Pädagogik. München/Basel: Verlag Ernst Reinhardt.
Gudjons, H. (1999). Pädagogisches Grundwissen. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.
Dorsch, F. (1976). Psychologisches Wörterbuch. Bern/Stuttgart/Wien: Verlag Hans Huber.
Wikipedia – die freie Enzyklopädie. Ohne Autor.



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