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Risiken und Begleiterscheinungen in der Psychotherapie

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    Eine psychotherapeutische Behandlung gilt heutzutage als zentraler Baustein, um seelische Leiden wie Ängste oder Depressionen erfolgreich zu bewältigen. Was jedoch im Vergleich zu klassischen Medikamenten im Gespräch oft zu kurz kommt, ist die Tatsache, dass auch vertiefende psychologische Gespräche spürbare Nebenwirkungen mit sich bringen können. Wer sich auf eine Therapie einlässt, greift aktiv in seine eigenen Denk- und Verhaltensmuster ein – und dieser Veränderungsprozess verläuft selten schmerzfrei. Grundsätzlich muss man dabei zwischen unvermeidbaren Begleiterscheinungen und echten unerwünschten Folgen unterscheiden. Wenn im geschützten Rahmen einer Sitzung verdrängte Erinnerungen oder schwierige Emotionen aufgewühlt werden, führt das bei vielen Menschen kurzfristig zu starker innerer Unruhe, Trauer oder Wut. Ein solcher temporärer Rückschritt gehört oft notwendigerweise zum Heilungsprozess dazu, um festgefahrene Probleme überhaupt erst aufzuarbeiten und langfristige Besserung zu ermöglichen.

    Darüber hinaus gibt es jedoch auch Effekte, die unbeabsichtigt Schaden anrichten. Experten schätzen, dass es bei etwa zehn Prozent der Behandlungen zu schwerwiegenden oder dauerhaften negativen Entwicklungen kommt. So können beispielsweise ganz neue Symptome entstehen oder soziale Gefüge geraten ins Wanken, wenn Klienten Therapieimpulse missverstehen und daraufhin voreilig Kontakte zu Angehörigen abbrechen. Auch im Berufsleben kann es zu Problemen kommen, wenn Ratschläge falsch interpretiert werden. Ein weiteres Risiko besteht in einer übermäßigen emotionalen Abhängigkeit vom behandelnden Fachpersonal. Zudem dürfen behandlungsbedingte Kunstfehler nicht außer Acht gelassen werden – wie etwa eine unzureichend vorbereitete Konfrontation mit Angstauslösern, die im schlimmsten Fall zu einer erneuten Traumatisierung führen kann, oder ein unprofessioneller Umgang mit der therapeutischen Beziehung. Sollten sich während einer Behandlung belastende Veränderungen einstellen, ist Transparenz der wichtigste Schritt. Verunsicherte Personen sollten ihre Beobachtungen und Gefühle direkt in den Sitzungen ansprechen, um gemeinsam passende Strategien für den Alltag zu entwickeln oder den methodischen Ansatz zu korrigieren. Führt dieses Gespräch zu keiner Besserung oder fühlt man sich dauerhaft eher belastet als unterstützt, ist es ratsam, eine zweite fachliche Meinung einzuholen oder gegebenenfalls über einen Wechsel der Fachkraft nachzudenken.

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