Schlafsitten in verschiedenen Kulturen und Zeiten

Seit Jahrhunderten ist das Praktizieren eines Mittagsschlafes bekannt, so hielten Leonardo da Vinci, Johann Wolfgang von Goethe oder Albert Einstein ein kurzes Nickerchen am Tag. Mit der Industriealisierung ist diese Form der Mittagskultur in unserem Alltag, vor allem in den europäischen und nordamerikanischen Ländern fast zur Gänze verschwunden. Die allgemeine gesellschaftliche Akzeptanz für den Mittagsschlaf gibt es nur für die Älteren, Kranken und Kinder. Anders ist die Einstellung der asiatischen Kulturen zu diesem Thema (s.u.).
Neben alters- und geschlechtsspezifischen Unterschieden wirken auch verschiedene soziale Rahmenbedingungen, wieviel Menschen schlafen. Am Beginn des 20. Jahrhundert schlief man durchschnittlich eineinhalb Stunden länger als heute.
Bei uns würden fast 40% der Bevölkerung gerne einen Mittagsschlaf halten, wenn sie dürften, was nach EMNID nur 6% dürfen. In Südeuropa wird sommers wie winters die Mittagsruhe konsequent eingehalten, nur in Großstädten geht die Siesta-Kultur langsam zurück. In Südamerika ist analog Südeuropa die Siesta ein nicht wegzudenkender Teil des Alltags. In Irland gab es bis in die 80er-Jahre noch die „ruhige Stunde“.
In China gibt es ein verfassungsmäßig zugestandenes Recht auf Mittagsruhe und in Japan wird im Schnitt eine Stunde weniger als in Europa geschlafen und jedes Zeitfenster für ein Nickerchen genutzt, auch in der Öffentlichkeit. Auch in den USA gibt es einen Trend zum power-napping, denn man darf in vielen Betrieben bereits eine 20- bis 30-minütige Schlaf-Pause in Anspruch nehmen.

Zum Schlaf generell siehe Der Schlaf

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