Psychologie der Menschenführung

Der Erfolg einer Führungskraft hängt bei weitem nicht von der fachlichen Ausstattung ab, sondern es geht vielmehr darum, die notwendigen psychologischen Mechanismen zu kennen und so einzusetzen, dass der eigene Wille von anderen Menschen umgesetzt wird. Das Buch Psychologie der Menschenführung orientiert sich dabei an großen Führungsleistungen und erklärr mittels Psychologie und Philosophie, warum diese funktionieren. Eine Führungskraft muss seinem Team regelrecht Visionen „malen“ können und gleichzeitig überzeugende Argumente liefern, warum der Weg so und nicht anders zum Erfolg führt, wobei Charisma spielt die nicht-rationale Rolle dabei und vor allem in der Krise wichtig ist. Charisma beruht auf bestimmten Funktionsmechanismen und hilft, Bewegung in ein Unternehmen oder eine Gesellschaft zu bekommen, auch dadurch, Menschen in einer Gruppe zu integrieren. Das negative Politikerimage rührt daher, dass es zum Führen entsprechend großer Ziele bedarf, die sehr viele Menschen auf einmal ansprechen, aber die Gesellschaft stark interessenfragmentiert ist, sodass die Entwicklung von Kollektivzielen gar nicht mehr möglich ist.

Vergauwe et al. (2017) haben entdeckt, dass die Wirkung von Führungskräften mit zu viel Charisma eher gering ausfällt, wobei das Gleiche gilt, wenn Vorgesetzte zu wenig davon besitzen. Charisma wird dabei als eine Verbidnung von vier Persönlichkeitsmerkmalen definiert: Kühnheit, Verschmitztheit, Vielseitigkeit und Einfallsreichtum. Mittels Fragebögen ermittelte man die Charisma-Werte von 600 Führungskräften und ließ deren Effektivität bzw. Arbeitsleistung von Kollegen und Mitarbeitern bewerten. Unter den hohen Charismatikern litten die Leistungen ihrer Teams, weil diese Führungskräfte bei der Verteilung konkreter Aufgaben eher schlampig waren, während sich bei den nicht charismatischen Führungskräften sich die Leistung der Mitarbeiter minderte, weil diese keine Visionen vermitteln und Angestellte mitreißen können. Führungskräfte mit mittlerer Ausstrahlung motivieren hingegen ihre MitarbeiterInnen eher, konkrete Aufgaben zu erledigen und zugleich langfristige Visionen anzunehmen. Die perfekte Führungskraft verfügt demnach über ausreichend Charisma, ohne gleich die Aura eines Heilsbringer auszustrahlen.

Literatur

Vergauwe, J., Wille, B., Hofmans, J., Kaiser, R. B. & De Fruyt, F. (2017). The double-edged sword of leader charisma: Understanding the curvilinear relationship between charismatic personality and leader effectiveness. Journal of Personality and Social Psychology.




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© Werner Stangl Linz 2017