Warum Menschen auf Scams hereinfallen

Jeden Tag werden Millionen Spam-EmailsScam – verschickt, wobei die meisten sofort als Betrug zu erkennen sind, denn sie machen unglaubwürdige Versprechungen, sind in fehlerhaftem Englisch oder Deutsch abgefasst und verwenden eigenartige Email-Adressen, die nichts mit den Absendernamen zu tun haben. Dennoch gibt es immer wieder Menschen, die solchen Betrügereien auf den Leim gehen und zwar nicht nur bei Emails, sondern auch bei Briefen oder Anrufen von Unbekannten. Dabei kann es um den angeblichen Gewinn in einer Lotterie gehen, um Jobs, mit denen sich scheinbar schnelles Geld verdienen lässt, oder auch um „Wundermittel“, die schnelle Heilung von Krankheiten versprechen.

Psychologen haben gezeigt, dass vor allem ältere, weniger gebildete und sozial isolierte Menschen zu Opfern werden. Menschen lassen sich dabei vor allem von der Höhe des versprochenen Geldbetrags beeinflussen, denn das Schreiben löst durch die Vorstellung, das Geld tatsächlich zu besitzen, positive Gefühle aus. Auch lassen sich Menschen durch Merkmale des Schreibens beeinflussen, die Vertrauen und Autorität suggerieren, etwa durch offiziell aussehende Logos oder den Hinweis, dass es sich um eine offizielle Benachrichtigung handelt. Betrüger nutzen psychologischen Schwächen aus, denn sie versprechen eben verlockend hohe Geldsummen, appellieren an Gefühle wie Mitleid, Schuld oder Gier, stellen sich als besonders sympathisch und vertrauenswürdig dar und versuchen, ein Gefühl der Gemeinsamkeit zu erzeugen um systematisches Nachdenken zu vermeiden.

Stephen Lea (University of Exeter) untersuchte Betrügerbriefe im Internet, Scams, indem er selber 10.000 Lockangebote verschickte, um Leichtgläubige zu ködern, und dann in einer Befragung zu analysieren, warum sie darauf reagiert haben. Seiner Meinung nach sind alle Scams in einer raffinierten Grauzone zwischen Intelligenz und Intuition angesiedelt und arbeiten meist nach folgendem Muster: Den Empfängern wird ein großer Gewinn in Aussicht gestellt, meist in Form von Geld oder Zuneigung. dann setzen die Gauner ihre Opfer zeitlich unter Druck und gaukeln ihnen Vertrauenswürdigkeit vor, drängen sie zu Verschwiegenheit und verleiten sie zu kleinen Interaktionen. Hat ein Opfer einmal zurückgeschrieben, fühlt es sich bereits emotional verpflichtet. Interessanterweise schützt Aufmerksamkeit nicht vor Schaden, denn je genauer die Opfer ein Angebot studieren, desto wahrscheinlicher greifen sie zu. Wissen allein hilft auch wenig, denn die Opfer hatten oft gute Fachkenntnisse in jenem Geschäftsbereich, um den sich der Betrug drehte. Vermutlich ist Ignorieren der beste Selbstschutz, denn wer schon beim ersten Satz Verdacht schöpft und den Rest gar nicht erst liest, tappt nicht in die gestellten Fallen.

Eine Sammlung solcher Scams finden sich auf  W4 – WeltWeiteWerbeWüste – WWWW




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