Zum Thema ‘Jugendpsychologie’

Die Jugendpsychologie ist ein wesentlicher Teilbereich der Entwicklungspsychologie, der sich mit dem Zeitraum der Reifezeit befasst.

Das Medienverhalten der 3- bis 10-Jährigen in OÖ – Fernsehen, Internet, Handy



In der 1. OÖ. Kinder-Medien-Studie des BIMEZ wurde das Medienverhaltens von Kindern aus dem Blickwinkel von Kindern im Alter von 6 bis 10 Jahren, Eltern von Kindern im Alter von 3 bis 10 Jahren und PädagogInnen untersucht. Durchgeführt wurde die Studie vom market-Institut im Auftrag des BildungsMedienZentrums des Landes OÖ (BIMEZ). Die gesamte Studie ist auf dieser Webseite als Download erhältlich.

Obwohl das Fernsehen ganz oben auf der Hit-Liste bei in der Altersgruppe von 6 bis 10 Jahren eine große Rolle spielt, besitzt auch das Internet eine großr Reichweite. Das Internet ist in Oberösterreich bereits weit verbreitet: 53 Prozent der Eltern geben an, zuhause einen Internet-Zugang zu haben. OÖ ist nahezu flächendeckend mit Breitband-Internet versorgt, der Versorgungsgrad liegt bei mehr als 99 %. Lesen ist vor allem bei Mädchen beliebt. Von den verschiedenen Genres interessieren vor allem Abenteuergeschichten, aber auch Tiergeschichten und Sachbücher sowie Zeitschriften über Tiere. Zwei Drittel der 10-Jährigen verfügen über ein eigenes Handy. Beim Handybesitz gibt es große Unterschiede nach dem Alter. Die Handyrechnung wird von den Eltern bezahlt, ein Zehntel der Handybesitzer muss selbst für die Kosten aufkommen.
Lernprogramme werden von der Hälfte der befragten Kids verwendet, vor allem zuhause spielt man mit Lernprogrammen. Bei „älteren“ Kindern sind solche Programme häufiger in Verwendung als bei den Youngsters. Bei den Lernprogrammen sind vor allem die Themenbereiche Deutsch, Mathematik und Englisch beliebt, ein Viertel verwendet Lernprogramme für Sachunterricht, Zeichnen und Lernspiele.

Was Kinder im Netz suchen

Symantec hat in den USA rund 3,5 Millionen Suchanfragen von Kindern ausgewertet, wo die häufigsten Suchbegriffe YouTube, Google und Facebook waren. den vierten Platz belegte Sex, auf Platz 6 folgt Porn. In den Top 100 sind auch Begriffe vertreten, die sich auf diverse anatomische Merkmale des menschlichen Körpers beziehen, etwa “Boobs” oder “Pussy” , und auch XXX wurde gesucht.



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Familienklima und Auszug aus dem Elternhaus



Jörg von Irmer und Inge Seiffge-Krenke
Der Einfluss des Familienklimas und der Bindungsrepräsentation auf den Auszug aus dem Elternhaus

Bisheriger Forschungsstand
Die Gründe für den Auszug aus dem Elternhaus sind bereits oft Thema einer soziologischen Studie gewesen (vgl. von Irmer & Seiffge-Krenke 2008, S. 69). So konnte herausgefunden werden, dass Frauen in Europa im Durchschnitt etwa zwei bis drei Jahre vor den Männern ausziehen (vgl. Fernandez-Cordon 1997, zit. nach von Irmer & Seiffge-Krenke 2008, S. 69), dass in südeuropäischen Ländern generell später ausgezogen wird (vgl. Le Blanc & Wolff 2006, zit. nach von Irmer & Seiffge-Krenke 2008, S. 69), Personen ohne Partner länger zu Hause bleiben oder junge Erwachsene, die in Miete wohnen, früher ausziehen (vgl. Lauterbach & Lüscher 1999, zit. nach von Irmer & Seiffge-Krenke 2008, S. 70).
Psychologische Studien über das Auszugsverhalten gibt es aber vergleichsweise selten. Gründe dafür liegen einerseits in der Schwierigkeit diesen komplexen Prozess genau zu analysieren, andererseits an den nötigen Längsschnittuntersuchungen, für welche es Zeit und Geld braucht. Verfügbare amerikanische Studien sind aufgrund des gesellschaftlichen Unterschieds nicht mit europäischen vergleichbar, deutsche Studien hingegen haben sich deutlich mehr dem Erleben des Auszuges gewidmet (vgl. von Irmer & Seiffge-Krenke 2008, S. 70). Dabei konnte festgestellt werden, dass Jugendliche dem Auszug positiv gegenüberstehen, während Eltern mit negativen Gefühlen kämpfen (vgl. Papastefanou 1997, zit. nach von Irmer & Seiffge-Krenke 2008, S. 70). Moser (1996, zit. nach von Irmer & Seiffge-Krenke 2008, S. 70) stellte beispielsweise fest, dass die Entscheidung auszuziehen entscheidend davon abhängt, wie weit es der Familie gelungen ist eine passende Balance zwischen Abgrenzung und Verbundenheit zu etablieren.

Die Studie
Aus den Überlegungen heraus, welche Auswirkungen familiäre Beziehungen während der Adoleszenz auf das spätere Auszugsverhalten junger Erwachsener haben, entstand diese Studie. Dabei wurde ein besonderer Augenmerk auf drei Aspekte gelegt: Zuerst wurde die Konfliktneigung während der Adoleszenz beobachtet, des Weiteren die Unterstützung von Selbstständigkeitsbestrebungen der Jugendlichen untersucht und als drittes zentrales Merkmal die Qualität der Familienbeziehung (Bindungsrepräsentation) betrachtet. Die deutsche Studie begann im Jahr 1993 an 93 Teilnehmern im Alter von 14 Jahren. Die Beobachtungsgruppe entsprach der repräsentativen Stichgruppe der deutschen Bevölkerung und wurde bis ins Alter von 26 Jahren untersucht. Dazu wurden hauptsächlich zwei Methoden verwendet: Das Family Environment Scale (FES) wurde an den Jugendlichen und deren Eltern im Alter von 14, 15, 16 und 17 Jahren durchgeführt. Es erfasste durch einen Fragebogen das innerfamiliäre Klima anhand der Skalen Konfliktneigung und Selbstständigkeit. Als zweites Instrument fungierte das Adult Attachment Interview (AAI), welches versuchte die Bindungsrepräsentation von Jugendlichen und Erwachsenen zu erfassen. Dabei wurden in einem Interview, durchgeführt von einem geschulten Personal, die Beziehungen zur Familie analysiert, wobei ein besonderes Merkmal auf Kindheitserlebnisse lag. Der Inhalt spielte dabei eine untergeordnete Rolle, wichtiger waren die Widerspruchsfreiheit und die Ausführlichkeit der Erzählungen. Dieser Test wurde durchgeführt als die Teilnehmer 21 Jahre alt waren. Danach wurden die jungen Erwachsenen nur noch jährlich befragt, ob sie noch zu Hause leben oder bereits ausgezogen waren (vgl. von Irmer & Seiffge-Krenke 2008, S. 71 ff).
Die ermittelten Ergebnisse wurden schlussendlich den Teilnehmern zugeordnet, welche in drei Teilgruppen aufgespalten wurden. Die rechtzeitig Ausziehenden stellten jene Gruppe dar, die die Hälfte der Stichprobe repräsentierten; in diesem Fall alle Frauen die bis 21 und alle Männer welche bis zum Alter von 22 Jahren ausgezogen waren. Als Nesthocker wurden jene Personen (14 %) bezeichnet, welche mit 26 Jahren noch im Elternhaus wohnten und die dritte Gruppe stellten jene Personen, die verspätet auszogen (zwischen 21/22 und 26 Jahren) oder schon ausgezogen waren und wieder zurück ins Elternhaus zogen (vgl. von Irmer & Seiffge-Krenke 2008, S. 73 f).
Nun konnten interessante Beobachtungen gemacht werden. Die Forscher stellten fest, dass Familien von rechtzeitig Ausziehenden während der Adoleszenz durchwegs von höheren Konfliktraten berichten, als die von späteren Nesthockern. Dabei sprachen die Mütter von höheren Konfliktraten als die Väter, was mit dem traditionellen Rollenbild zusammenhängen kann. Bei der Ermittlung der Selbstständigkeit von Jugendlichen konnte ein linearer Anstieg über die Jahre bei allen Gruppen beobachtet werden. Bei späteren Nesthockern lag sie im Alter von 14 und 15 Jahren allerdings noch signifikant unter jenen, die später rechtzeitig ausziehen, erst mit 16 Jahren näherte sich dieser Wert dem Niveau der anderen Gruppen. Beim dritten beobachteten Faktor, der Bindungsrepräsentation, konnte vor allem beobachtet werden, dass rechtzeitig Ausziehende durchwegs eine sichere Bindung an ihre Eltern entwickelt haben, während die unsicheren Bindungsrepräsentationen bei den Nesthockern und den Spätauszieher/wieder Eingezogenen überpräsentiert sind (vgl. von Irmer & Seiffge-Krenke 2008, S. 74 ff).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass zwar die Gründe für den Auszug aus den Elternhaus in den vergangenen Jahrzehnten an Komplexität gewonnen haben, dass aber neben den soziodemographischen Einflussgrößen auch das Familienklima und die Bindungsrepräsentation auf das Auszugsverhalten einwirken (vgl. von Irmer & Seiffge-Krenke 2008, S. 77).

Verwendete Literatur
Von Irmer, J. & Seiffge-Krenke, I. (2008). Der Einfluss des Familienklimas und der Bindungspräsentation auf den Auszug aus dem Elternhaus. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 40, 69-78.



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Täter und Opfer bei Gewalt an Schulen



Ilka-Maria Bayer, Claudia Schmidt-Rathjens
Persönlichkeitsmerkmale und Reaktionsstrategien von Tätern und Opfern

In den letzten Jahrzehnten wurde Gewalt an Schulen zu einem äußerst präsenten Thema. Dabei ist anzumerken, dass Gewalt viele Gesichter hat: Man unterscheidet psychische bzw. verbale Gewalttaten, welche am häufigsten vorkommen und, weit weniger verbreitet, physische Gewaltformen. Wie anzunehmen ist, findet die letztere Gewaltform vermehrt bei männlichen Jugendlichen Anwendung, währenddessen die verbale/psychische Methode keine geschlechtliche Differenzierung aufweist (vgl. Bayer, Schmidt-Rathjens 2004, S. 169f).

Ein Kernpunkt dieses Artikels ist die Klassifizierung von Persönlichkeitsmerkmalen und die favorisierte Reaktionsstrategie für Gewaltsituationen. Das sogenannte Opfer und der Täter weisen signifikante Unterschiede bezüglich Aktivität, emotionaler Erregbarkeit, Impulskontrolle und Selbstsicherheit auf. Auch im Hinblick auf die Handlungsalternativen treten folgende Abweichungen auf: Das Opfer bevorzugt meist ablehnende, hilfesuchende Strategien während der Täter mittels angriffslustigen und physischen Strategien seinen Standpunkt vertritt (vgl. Bayer et al. 2004, S. 170).
Methodik
Mittels Fragebogen wurden die verschiedenen Strategien für Gewaltsituationen von 796 deutschen SchülerInnen erfasst. Diese wurden laut Bayer und Schmidt-Rathjens folgendermaßen eingeteilt:
1.    Verbale nicht-aggressive Strategie
2.    Verbale aggressive Strategie
3.    Spezifisch beleidigende Strategie
4.    Hilflose Strategie
5.    Vermeidende Strategie
6.    Körperlich-aggressive Strategie
7.    Lehrer-unterstätzende Strategie
8.    Sozial-unterstützende Strategie (S. 171).
Ergebnisse
Verteilung der Schülerkategorien
Anhand deren Angaben wurden sie in folgenden Kategorien erfasst:
75,9 %    Unauffällige
9,5 %    Opfer
8,4 %    Täter
6,2 %    Opfer-Täter (S. 172).
Die vier Gruppen lassen sich jedoch auch nach demographischen Merkmalen gliedern:
–    Es sind doppelt soviel Jungen in Gewalt involviert als Mädchen.
–    Das Durchschnittsalter der Opfer ist 13. Mit steigendem Alter nimmt auch die Opferanzahl ab. Im Gegensatz zu den Tätern: Die nehmen mit steigendem Alter kontinuierlich zu.
–    Die meisten „Unauffälligen“ besuchen ein Gymnasium.
–    Die Täter, Opfer und Opfer-Täter sind vermehrt in Hauptschulen zu finden (S. 172).
Ausmaß der Gewalt
98,5 % der befragten SchülerInnen hatten bereits mit verbal-psychischen Gewaltaktionen zu tun, davon 14,8 % beinahe täglich. Von körperlichen Gewalthandlungen waren bereits 79,2 % betroffen und mit extremen Gewaltformen wurden schon 26,9 % konfrontiert.
Passend zu den oben angeführten Zahlen sind auch 98,2 % der SchülerInnen bereits im Bereich der psychischen Gewaltausübung tätig gewesen (vgl. Bayer et al. 2004, S. 172).
Wahl der Reaktionsstrategie
Werden SchülerInnen mit Gewalt konfrontiert, dann reagieren 50,2 % mit verbalen, 49,5 % mit beleidigenden und 40 % mit aggressionsvermeidenden Strategien. 26,8 % verteidigen sich mittels körperlich-aggressiven Verhalten, 21,4 % suchen bei Freunden, 14,5 % bei Lehrern Unterstützung und die wenigsten (8,1 %) wählen die hilflose Strategie (vgl. Bayer et al. 2004, S. 173).
Persönlichkeitsmerkmale von gewaltinvolvierten SchülerInnen
In Bezug auf Persönlichkeitsmerkmale wie Unterlegenheit, Scheu und Angst weisen die Opfer einen erhöhten Mittelwert auf. Im Vergleich zu den Tätern, die bei Eigenschaften wie Ich-Durchsetzung, Maskulinität und fehlende Willenskontrolle die Nase vorne haben (vgl. Bayer et al. 2004, S. 174f).
Diskussion
Da die meiste Aggressivität in dem Alter, in dem die Pubertät einsetzt, vorkommt, erscheinen Faktoren wie jugendliche Abenteuerlust und Selbstfindung bzw. Persönlichkeitsentwicklungen für plausible Ursachen. Nur direkt betroffene Personen können die Lage sachgerecht beurteilen. Besonders im Vergleich zu Dritten, wie z.B. Lehrern, welche in die Gewaltsituation nicht aktiv verwickelt sind (vgl. Bayer et al. 2004, S. 175f).

Bayer, I.-M. & Schmidt-Rathjens, C. (2004). Persönlichkeitsmerkmale und Reaktionsstrategien von Tätern und Opfern. Psychologie in Erziehung und Unterricht, Zeitschrift für Forschung und Praxis, 51, 169-177.



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