Meilensteine in der Entwicklung eines Kindes

31. Juli 2017 – 20:51

Sozial-emotionale Kompetenzen bei Neugeborenen wie die Wahrnehmung von Gesichtern, hohe Empfindlichkeit für emotionalen Ausdruck, hohe Sensitivität für menschliche Stimme, hohe Sensibilität für Muttersprache, Dialog von Anfang an, soziales Lächeln

Erste Basisemotionen, soziale Interaktion immer intensiver

Geteilte Aufmerksamkeit, gezielte Kommunikation „Rückversicherung, Emotionen lesen können, Fremdeln

Selbstkonzept, unterschiedliche Handlungsziele, Autonomie- und Trotzphase, sekundäre Emotionen wie Scham, Stolz, Schuld, Neid. Mitleid

Erwerb der Sprache, Mobilität, Begriffsbildung, Kind beginnt über Gefühle zu sprechen

Symbolische Repräsentation, Perspektivenübernahme, Theory of Mind

Beginn der Regulationskontrolle, einfache Regulationsstrategien, Konflikte, vom Parallel- zum Interaktionsspiel, prosoziales Verhalten

Internalisierung von Verhaltensstandards und -regeln, Orientierung an Bezugspersonen

Vielfältige Emotionen

Verständnis für emotionale Ambivalenzen, Auswirkung auf Selbstverständnis und Umgang mit anderen



Nachsorge per Telefon bei der Behandlung von Depressionen

7. Juli 2017 – 09:08

Zwar können akute Depressionen wirksam behandelt werden, doch bleibt auch nach erfolgreicher Therapie ein hohes Rückfallrisiko, sodass sich gezielte psychotherapeutische Massnahmen zur Nachsorge und Rückfallprophylaxe als sinnvoll erweisen. Allerdings scheitert in der Praxis die Umsetzung solcher erhaltungstherapeutischer Massnahmen häufig, sowohl am Aufwand als auch am Fehlen nahtloser Weiterbehandlungsmöglichkeiten. Im Schweizer Projekt „Nachsorge per Telefon“ werden systematische erhaltungstherapeutische Telefonkontakte eingesetzt, um eine flexible und ortsunabhängige therapeutische Unterstützung anzubieten. Das Angebot richtet sich speziell an KlientInnen, die wegen einer akuten Episode einer Major Depression eine Psychotherapie absolviert haben und aufgrund ihrer Krankheitsgeschichte ein erhöhtes Rückfallrisiko aufweisen. Die Erhaltungstherapie schliesst dabei nahtlos an die Akuttherapie an, dauert sechs Monate und umfasst acht Telefongespräche, die durch eigens geschulte Therapeuten der beteiligten Zentren durchgeführt werden. Die Stichprobe der Studie umfasst etwa 220 Menschen mit rezidivierender oder chronischer Depression, die zuvor eine ambulante oder stationäre kognitiv-verhaltenstherapeutische Akutbehandlung an einem der beteiligten Zentren in der Schweiz und Deutschland absolviert haben. Als Endpunkt der Studie werden depressive Rückfälle im Zeitraum von 18 Monaten nach Abschluss der Akuttherapie und zentrale psychologische Mechanismen der Rückfallprophylaxe sowie die Kosteneffektivität der Intervention untersucht.
Link: http://www.psychologie.uzh.ch/de/fachrichtungen/klipfor/forschung/forschungsprojekte/NaTel.html (17-07-05)



Religiosität in der Psychotherapie

28. Juni 2017 – 09:37

Nach einigen Untersuchungen sind religiöse Menschen seltener seelisch oder körperlich krank, begehen seltener Suizid, woraus man schließt, dass Religiosität einen Beitrag zur Gesundheit leisten kann und auch in die Psychotherapie integriert werden kann, wenn KlientInnen dafür offen sind. Schon Viktor Frankl war der Meinung, dass ärztliche Seelsorge keinen Ersatz für Religion darstellt, sondern diese ergänzen kann, ohne dabei weltanschaulich zu bevormunden oder die Richtung der Sinnsuche vorzugeben.
Die Psychotherapeutie befindet sich heute noch eher in kritischer Distanz oder sogar in Konkurrenz zur Religion, wobei besonders die klassische Psychoanalyse dazu tendiert, spirituelle Phänomene zu pathologisieren. In neuerer Zeit ist man allerdings auch der Ansicht, dass religiöser Überzeugungen bei psychischen Erkrankungen im Rahmen einer Psychotherapie durchaus genutzt werden können, wobei man aber zwischen extrinsischer und intrinsischer Religiosität unterscheiden muss, denn extrinsische Religiosität kann durchaus Krankheiten verstärken, während intrinsische Religiosität auch heilsam wirken kann.
Dabei sieht man im Wesentlichen neun heilsame Wirkfaktoren der Religiosität:

  • Das Leben in einer sozialen Gemeinschaft
  • Die Erfahrung einer Geborgenheit in Gott
  • Dankbarkeit
  • Orientierung an Werten
  • Kohärenzerleben
  • Psychische Entlastung durch Gebet
  • Reale Wirkungen durch Gebet
  • Bewältigung von Versagen und Schuld
  • Lebenssinn hängt nicht an der eigenen Leistung

Literatur

Zimmermann, J., Gräßler, W., Sülz, C. & Heinze, M. (Hrsg.). Psychotherapie, Naturwissenschaft und Religion. Pabst.



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