‘Studium der Psychologie’

Beruf Psychologe

Samstag, September 19th, 2015

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen gibt in seinem Kompendium „Berufsbild Psychologie“ Einblick in zentrale Felder, in denen Psychologen tätig sein können, wobei der gesellschaftliche Bedarf nach psychologischer Expertise wächst. Zusätzlich zu den etablierten und größten Berufsfeldern wie Psychotherapie und Beratung, Wirtschaftspsychologie, Schulpsychologie usw. werden Psychologinnen und Psychologen in weiteren Bereichen angefragt, etwa in der Sportpsychologie. Dieses gratis downloadbare Kompendium wird zukünftig fortgeschrieben und ergänzt werden, wobei ein Tagungsband „Quo vadis, Psychologie?„, der Vertiefendes zum Thema enthält, zusätzlich erschienen ist, denn seit der Einführung der Studienabschlüsse Bachelor und Master sind vielfältige neue Studienmöglichkeiten entstanden und die Hochschullandschaft ist eher unübersichtlich geworden. Mit diesen Informationen sollen nicht nur Studierende sondern auch Nachfragende nach psychologischen Dienstleistungen eine Orientierung erhalten, denn wer sich als Verbraucher zukünftig an einen Absolventen der Psychologie wendet, soll sicher sein, dass er eine qualitativ hochwertige Unterstützung erhält.

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Berufsbild Psychologie
Quo vadis, Psychologie?



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Aktuelle Berufschancen für PsychologInnen

Sonntag, August 16th, 2015

In einem aktuellen Bericht der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in ihrer Verbandszeitschrift Psychologische Rundschau wurden die aktuellen Berufschancen von PsychologInnen untersucht. Dafür wurden aus den drei wichtigen Online-Stellenbörsen (Hogrefe PsychJob, StepStone und Zeit Online) für das Jahr 2014 die Angebote gezogen, die sich an psychologische Berufseinsteiger richteten.

Von den insgesamt über dreitausend gefundenen Stellenangeboten entfiel mit 30 % der größte Teil auf den Bereich der Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie, wobei Psychologen besonders oft für eine Tätigkeit im Personalbereich gesucht wurden. Den zweitgrößten Bereich machten mit 27 Prozent klinisch-therapeutische Tätigkeiten aus. 24 Prozent der betrachteten Angebote bezogen sich auf wissenschaftliche Stellen, vor allem an psychologischen Instituten, neun Prozent auf Beratungstätigkeiten, vier Prozent auf verkehrspsychologische Stellen und zwei Prozent auf Tätigkeiten im forensischen Bereich.
In etwa 70 Prozent der Stellenangebote wurde ein Master oder ein Diplom in Psychologie als Abschluss ausdrücklich gefordert, und nur etwa zwei Prozent der Stellen richteten sich explizit an Bachelor-Absolventen. Die übrigen Anzeigen wandten sich formal an Hochschulabsolventen, wobei unklar blieb, ob der Bachelor-Abschluss akzeptiert worden wäre.
Zwar sind diese Ergebnisse nicht repräsentativ für den gesamten psychologischen Stellenmarkt für Berufseinsteiger, allerdings wurde aber erneut bestätigt, dass es praktisch keine Angebote für Bachelor-Absolventen gibt.

Literatur
Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V. (2015). Bericht über den Stellenmarkt für Psychologinnen und Psychologen 2014. Psychologische Rundschau, 66, 192-195.



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Soll ich Psychologie studieren?

Samstag, August 10th, 2013

Entgegen einem verbreiteten Bild ist die Psychologie eine streng empirische Wissenschaft, die neben einer stark naturwissenschaftlich-experimentellen Orientierung auch Elemente der empirischen Sozialwissenschaften beinhaltet. Ziel der Psychologie ist es, aus Theorien und Modellen abgeleitete Hypothesen und Vorhersagen durch objektive Beobachtungen und Experimente zu überprüfen, weiter zu entwickeln und anwendungsorientiert umzusetzen. Ein wichtiger Teil des Psychologiestudiums besteht daher in der Vermittlung von experimentellen und quasi-experimentellen Untersuchungsmethoden und mathematisch-statistischen Verfahren zur Datenanalyse. Im Studium der Psychologie und der Sozialwissenschaften spielt daher die Methodenausbildung, also das Studium quantitativer und qualitativer Erhebungs-, Forschungs- und Auswertungsverfahren, eine zentrale Rolle.

Speziell für die Universität Zürich wurde ein Test entwickelt, um in Form eines Online-Self-Assessment herauszufinden, wie gut die eigenen Erwartungen zu einem Psychologiestudium wirklich passen. Hintergrund dieses Tests ist eine neue Form der Studienberatung bzw. eine Orientierungshilfe zu bieten, denn es gibt in Zürich aber auch an anderen Universitäten im deutschen Sprachraum hohe Abbruchraten – mancherorts bis zu 50 Prozent im ersten Studienjahr. Viele Studienanfänger bringen für das Studium der Psychologie falsche Vorstellungen mit, denn so glaubt etwa die Hälfte, gleich nach dem Studium selbständig Therapien durchführen zu können. Man hofft durch diesen Test, dass weniger Neulinge ihr Studium abbrechen bzw. überhaupt erst aufnehmen, und dass sie schon bei der Entscheidung für ein Studium der Psychologie besser informiert sind, nicht mit falschen Erwartungen starten, abbrechen und damit ein ganzes Studienjahr verlieren.

Dazu Studenten im Originalton: „Wenn Du glaubst Psychologie zu mögen, aber keine oder nur sehr mangelhafte Statistikkenntnisse hast, dann hast Du möglicherweise eine falsche Vorstellung von Psychologie. Damit stündest Du nicht allein dar. Ich schätze, dass dies für circa 50 % aller Studienanfänger in Psychologie gilt. Viele von ihnen verzweifeln an der Statistik und fallen folglich durch die Methoden-Prüfung. Psychologie ist eine harte, empirische Wissenschaft. Mit Lebenshilfe, Philosophie oder Psychoanalyse hat das Psychologiestudium, bis auf seltene Ausnahmen, nicht mehr zu tun als das Physikstudium.“ – „Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass Psychologie ein mathematisch-naturwissenschaftliches Fach ist, in dem es einerseits um formale (nicht zuletzt mathematische bzw. mathematisch formulierte) Methoden des Messens geht, und andererseits um die Überprüfung von Hypothesen über Gesetzmäßigkeiten des Erlebens und Verhaltens, heute mit großen Bestrebungen dies auf eine biologische insbesondere hirnphysiologische also neurowissenschaftliche Grundlage zu stellen. Vielfach sind Studierende vom Studium der Psycholgie sehr enttäuscht und frustriert.“ – „Psychologie ist ein sehr aufwändiges Studium und die Abbrecherquote ist hoch. Insgesamt muss man sagen, dass der Hauptgrund nach wie vor in nicht ausreichender Information über Studium und Beruf liegt, insbesondere in Abgrenzung zu anderen Fächern (Medizin, Pädagogik/Sozialpädagogik, Soziologie, Kulturanthropologie, Philososophie usw.). Auch wer mit Mathe nichts anfangen kann wird mehr als schwer haben dieses Studium zu überstehen. Der Lernaufwand wird häufig grob unterschätzt. Man trifft unter den Neuanfängern immer wieder auf Leute, die sich für Psychologie eingeschrieben haben, weil sie denken, man hätte damit 5 Jahre lockeres Studentenleben gewählt und können anschließend eine hübsche Couch kaufen und hätten für den Rest des Lebens ausgesorgt. Diese Leute merken schon nach wenigen Wochen, dass dies eine absolute Fehleinschätzung ist. Psychologie und das Berufsfeld für Psychologen besteht bei weitem nicht nur aus der klinischen Psychologie. Man sollte offen sein, die verschiedenen Teilbereiche kennenzulernen. Nimm unbedingt an Kongressen (z.B. am jährlich stattfindenden Psychologiestudierenden-Kongress vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen, BDP) und Infoveranstaltungen teil und nutze die Zeit in den Semesterferien für Praktika.“

Das Self-Assessment Psychologie ist ein Kooperationsprojekt der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW und der Universität Zürich. Allen MaturantInnen und AbiturientInnen, die ein Psychologie-Studium anstreben, ist dieser Test sehr zu empfehlen, denn der Test hilft, die eigenen Interessen und Fähigkeiten besser kennen zu lernen und sich mit den Studienanforderungen des Studiengangs Psychologie vertraut zu machen. Der Online-Selbsttest Psychologie erleichtert  die Entscheidung für oder gegen ein Psychologiestudium.

Informationen zum Beruf des Psychologen findet sich in den Arbeitsblättern: Die Wissenschaft Psychologie.

Link: http://self-assessment.ch/ (13-08-10)

Hinweis: Auch die Universität des Saalandes bietet einen Erwartungscheck, mit dem man überprüfen kann, wie zutreffend die Erwartungen an den Studiengang Psychologie sind. Auch dort erhält man eine individuelle Rückmeldung und Informationen, die helfen kann, ein realistisches Bild von den Studieninhalten, den gestellten Anforderungen und den späteren Berufsmöglichkeiten zu entwickeln.

Link: http://web.visu.uni-saarland.de/interessentest_neu/psychologie/ (12-09-21)

Psychologiestudium in Österreich

Um einen Platz für das Psychologiestudium zu bekommen, muss an allen österreichischen Universitäten ein Aufnahmetest absolviert werden. Die Tests in Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck finden jeweils am gleichen Tag statt und sind auch vom Aufbau und Inhalt identisch. Dabei sind Vorbereitungskurse eine bewährte und effiziente Art des Trainings für die anspruchsvolle Psychologie-Aufnahmeprüfung, wobei meist in Kleingruppen gelernt wird. In solchen Kursen erfolgt eine Auseinandersetzung mit allen prüfungsrelevanten Inhalten für das Aufnahmeverfahren, wobei dabei auf die im Test abgefragten Kapitel der Fachliteratur (Gerrig & Zimbardo, 2008), Beispiele zum formal-analytischen Denkens sowie auf die Bearbeitung von englischen und deutschen Fachtexten für den Textverständnis-Teil eingegangen werden sollte.

In solchen Kursen besteht auch die Möglichkeit, offene Fragen zu klären, den Stoff gemeinsam durchzuarbeiten und Tipps und Tricks zur optimalen Bearbeitung der Beispiele im Methodikteil zu erhalten. Um den aktuellen Leistungsstand überprüfen zu können und ein Gefühl dafür zu bekommen, was den Bewerber bzw. die Bewerberin beim Aufnahmetest erwartet, wird im Kurs in der Regel ein Probetest durchgeführt, ausgewertet und nachbesprochen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Prüfungsinhalten steigt die Wahrscheinlichkeit, einen der begehrten Studienplätze für das Bachelorstudium Psychologie an einer österreichischen Universität zu bekommen.

Und nach dem Psychologiestudium?

Die meisten Studenten freuen sich darauf, nach einigen Semestern endlich das akademische Abschlusszeugnis in der Hand zu halten, doch nach fünf Jahren Studienzeit fängt der schwierigste Teil ihrer Ausbildung oft erst an, denn wer in der Praxis etwa als PsychotherapeutIn Fuß fassen will, muss nach dem Studium zusätzlich eine Ausbildung an einer privaten Institution absolvieren, die mit hohen Kosten verbunden ist. Der praktische Teil der Ausbildung, der in einer Klinik oder Praxis abgeleistet wird, ist dabei oft gar nicht oder nur sehr schlecht bezahlt. Während diese psychotherapeutische Ausbildung ursprünglich dafür gedacht war, Erfahrungen im Umgang mit KlientInnen zu sammeln, ersetzen sie mittlerweile in vielen Kliniken fertig ausgebildete Psychotherapeuten und müssen ohne große Einarbeitung von Anfang an sehr viel Verantwortung tragen.

Wo arbeiten Psychologen nach ihrem Studium? Arbeits- und Organisationspsychologen arbeiten in Wirtschaftsunternehmen, Unternehmensberatungen und psychologischen Diensten. Pädagogische Psychologen erforschen und entwickeln Konzepte für Bildung, Erziehung und Wissensvermittlung. Außerdem gibt es Beschäftigungschancen in der Werbung. Viele Psychologen streben zudem die Weiterbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten an.

Literatur & Quellen

https://tu-dresden.de/mn/psychologie/studium/studieren-an-der-fachrichtung-psychologie (15-11-12)




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