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Forschung

Die Psychologie erforscht menschlichen Erlebens und Verhalten, die Entwicklung des Menschen von Geburt an bis zum Tod sowie die physischen Ursachen und äußeren Einflussfaktoren.

Oxytocin als Modulator von Gruppenbindung und Rivalität

    Das Hormon Oxytocin, das im allgemeinen Sprachgebrauch oft vereinfacht als „Kuschelhormon“ bezeichnet wird, spielt eine weitaus komplexere und ambivalentere Rolle im menschlichen Sozialverhalten, als bisher weithin angenommen. Während seine Funktion bei der Festigung von Bindungen zwischen Partnern oder zwischen Mutter und Kind sowie seine stresslindernde Wirkung gut dokumentiert sind, zeigt eine aktuelle Feldstudie von Debras et al. (2026), dass der Botenstoff auch in Konfliktsituationen und bei zwischengruppenstaatlichen Rivalitäten eine Schlüsselrolle einnimmt. Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass Oxytocin… Weiterlesen »Oxytocin als Modulator von Gruppenbindung und Rivalität

    Auch intensives Training kann die biologischen Grenzen des Multitaskings nicht aufheben

      Die weitverbreitete Vorstellung, dass das menschliche Gehirn durch ausreichendes Training in der Lage sei, mehrere komplexe Aufgaben tatsächlich gleichzeitig zu bewältigen, wird durch eine Untersuchung von Schubert et al. (2025) grundlegend revidiert. Man konnte nachweisen, dass das Gehirn selbst nach intensiven Übungsphasen keine echte Parallelverarbeitung realisiert, sondern stattdessen auf ein hocheffizientes Modell der sequentiellen Abarbeitung zurückgreift. Lange Zeit wurde in der Wissenschaft das Phänomen des sogenannten „Virtually Perfect Time Sharing“ als Beleg für eine grenzenlose Multitaskingfähigkeit gewertet,… Weiterlesen »Auch intensives Training kann die biologischen Grenzen des Multitaskings nicht aufheben

      Hunger als Modulator der Wahrnehmung

        Hunger beeinflusst in hohem Maß, wie sensorische Reize wahrgenommen und bewertet werden. Der Geruch von Nahrung kann anziehend oder unbemerkt wirken, je nachdem, ob ein Organismus hungrig oder gesättigt ist. Diese Anpassungsfähigkeit beruht auf neuronalen Rückkopplungssystemen, die Sinneseindrücke nicht linear, sondern kontextabhängig verarbeiten. Neuere Befunde zeigen, dass spezifische olfaktorische Schaltkreise beim Wahrnehmen von Nahrungsgerüchen eine vorbereitende Sättigungsreaktion auslösen, noch bevor Nahrung aufgenommen wird (Bulk et al., 2025). Der Geruchssinn fungiert somit nicht nur als Informationsquelle, sondern als aktiver Regulator… Weiterlesen »Hunger als Modulator der Wahrnehmung

        Psychologie des Wohlbefindens – Pursuit of Happiness

          Die Menschen kommen durch nichts den Göttern näher, als wenn sie Menschen glücklich machen. Cicero Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind. Charles-Louis de Montesquieu Das Glück hat die Vorstellungswelten der Menschen tiefgreifend beeinflusst und ist heute im Alltag präsent bis über die Grenze des Erträglichen hinaus. Glück ist zu einem grundlegenden Bestandteil dessen geworden, wie Menschen… Weiterlesen »Psychologie des Wohlbefindens – Pursuit of Happiness

          Das Attributfrequenz-Modell bei der Wahrnehmung sozialer Unterschiede

            Ein Projekt von Hans Alves (Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität ) widmet sich einer grundlegenden Frage der Sozialpsychologie: Warum weichen unsere Vorstellungen über soziale Gruppen – wie Männer und Frauen, Zugewanderte und Einheimische oder ethnische Minderheiten – oft deutlich von den statistischen Realitäten ab? Und weshalb erscheinen soziale Ungleichheiten in der öffentlichen Diskussion manchmal dramatischer, als es die Daten nahelegen, während sie in anderen Fällen verharmlost werden? Im Zentrum steht ein neues Modell der sozialen Wahrnehmung, das… Weiterlesen »Das Attributfrequenz-Modell bei der Wahrnehmung sozialer Unterschiede

            Sprachen funktionieren weltweit ähnlicher als gedacht

              Obwohl die Menschheit rund 7000 Sprachen spricht, die sich in Klang, Rhythmus und Wortschatz stark unterscheiden, zeigt sich auf der grammatischen Ebene eine überraschende Nähe. Eine neue groß angelegte Analyse, die auf der Grambank-Datenbank mit Informationen zu mehr als 2.400 Sprachen basiert, weist darauf hin, dass viele dieser Sprachen grundlegenden strukturellen Prinzipien folgen. Verkerk et al. (2025) verglichen 191 mögliche grammatikalische Universalien, also Merkmale, die theoretisch in allen Sprachen vorkommen sollten, mit hochkomplexen statistischen Methoden. Dabei stand… Weiterlesen »Sprachen funktionieren weltweit ähnlicher als gedacht

              Bewältigung von Prüfungsangst

                Der Artikel befasst sich mit einer Studie über den Stellenwert der Vertrauenstrias Selbstvertrauen, Vertrauen in andere und Zukunftsvertrauen bei der Bewältigung von Prüfungsängstlichkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass Selbst- und Zukunftsvertrauen die wichtigsten Ressourcen im Umgang mit Prüfungsängstlichkeit sind.

                Pausen erleichtern das Üben, beschleunigen es aber nicht

                  Lange Zeit galt in der Lernforschung die Annahme, dass kurze Pausen während des Übens motorischer Fertigkeiten dem Gehirn ermöglichen, Bewegungsabfolgen im Hintergrund weiter zu verarbeiten und so das Lernen zu fördern. Das et al. (2025) ließen in fünf kontrollierten Experimenten Probanden bestimmte Sequenzen von Fingerbewegungen einüben, teils mit und teils ohne kurze Pausen. Zunächst zeigte sich, dass die Gruppe mit Pausen während des Trainings etwas besser abschnitt, d. h., sie führte die Bewegungen nach jeder Unterbrechung präziser… Weiterlesen »Pausen erleichtern das Üben, beschleunigen es aber nicht

                  Intelligenz prägt die Genauigkeit von Zukunftserwartungen

                    Intelligenz umfasst mehr als nur die Fähigkeit, logische Probleme zu lösen oder Informationen schnell zu verarbeiten, denn sie beeinflusst auch die Qualität der Zukunftsprognosen von Menschen. Eine Studie von Dawson (2025) zeigte nämlich, dass Menschen mit einem höheren Intelligenzquotienten (IQ) realistischer und konsistenter einschätzen, wie lange sie leben werden. Diese Forschung basiert auf Daten der English Longitudinal Study of Ageing, in der die Lebensprognosen von über 3.900 Personen im Alter von über 50 Jahren untersucht wurden. Im… Weiterlesen »Intelligenz prägt die Genauigkeit von Zukunftserwartungen

                    Negative Erwartungen medizinischer Behandlungen beeinflussen die Wirkung stärker als positive

                      Die Wirkung von Erwartungen auf medizinische Behandlungen ist ein seit Langem erforschtes, jedoch noch immer vielfach unterschätztes Phänomen. Während der Placeboeffekt – also die Verbesserung von Symptomen allein durch den Glauben an eine Behandlung – weitläufig bekannt ist, erfährt der sogenannte Noceboeffekt zunehmend Aufmerksamkeit. Dieser beschreibt die gegenteilige Wirkung: die Verschlechterung eines Zustandes allein durch negative Erwartungen oder Ängste. Aktuelle Forschung zeigt deutlich, dass negative Annahmen einen stärkeren und länger anhaltenden Einfluss auf das subjektive Erleben von… Weiterlesen »Negative Erwartungen medizinischer Behandlungen beeinflussen die Wirkung stärker als positive

                      Vornamen, Namen und deren Bedeutung für die Einschätzung von Intelligenz, Persönlichkeit und Bedeutung

                      Unterschiedliche Vornamen lösen unterschiedliche Erwartungen bezüglich der Intelligenz, des Alters und der Attraktivität aus. Dies kann dazu führen, dass Lehrer ihnen unbekannte Schüler und Schülerinnen besser oder schlechter beurteilen, je nachdem wie attraktiv oder unattraktiv der Vorname des Schülers oder der Schülerin ist. Diese Erwartungshaltung verschwindet aber bei persönlicher Bekanntschaft mit dem Namensträger.