Politische Psychologie

ist ein 1860 von Adolf Bastian eingeführter Begriff, der die Erforschung der politischen Verhaltensbereitschaft von Einzelpersonen, Gruppen (auch Völkern) und Institutionen zu Machtausübung und Herrschaft bezeichnet. Politische Psychologie befasst sich mit Zusammenhängen zwischen Macht und Herrschaft einerseits, der mescnhlichen Subjektivität andererseits also mit Gefühlen, Vorstellungen, Überzeugungen und Verhalten in Politik und Gesellschaft: zwischen Nachbarn, Völkern, Minderheiten, Gruppen, aber auch Kollegen, Vorgesetzten und Untergebenen. Um solche Fragen zu klären, beobachten Politische Psychologen die Medien, Parteien, Organisationen und gesellschaftliche Mentalitäten. Sie erforschen die Entstehung, Verankerung und Weitergabe von politischen Haltungen, Einstellungen und Entwürfen. Die Methoden und Ansätze sind dabei äußerst vielseitig.
Mit dem Aufkommen der politischen Psychologie stehen politische Informationen und ihre Verarbeitung im Fokus des Interesses der Wahl- und Einstellungsforschung: Wie sieht das Informationsumfeld in modernen Demokratien aus, mit dem sich Menschen konfrontiert sehen? Welche Informationen nehmen Menschen aus dem vorhandenen Angebot wahr und wie verarbeiten sie diese? Welche Rolle spielen dabei Emotionen? Wie prägen Informationen und Emotionen die politischen Einstellungen der Bürger? Welche Verhaltenskonsequenzen gehen damit einher? Dieser Band beinhaltet – neben einem kompakten Überblick über den State of the Art – empirische Studien, die sich diesen Fragen im Detail widmen.
Die Politische Psychologie ist zu unterscheiden von der Psychopolitik, die sich nicht mit der Verhaltensbereitschaft auseinandersetzt, sondern mit der Verhaltensorientierung, also der Psychologie der Politik.

Psychologie in der Politik

Erst in letzter Zeit wurde auch von der Politik erkannt, dass PsychologInnen über zahlreiche Kompetenzen verfügen, die der Politik helfen können, politische Ideen nachhaltig umzusetzen. Menschenkenntnis und Intuition nutzt zwar auch ein Politiker im Alltag, doch er stößt immer wieder an deren Grenzen. Wenn sich politisches Handeln primär auf Intuition gründet, verwundert es wenig, dass manche wichtige Entscheidung nicht vermittelt und in der Folge nicht erfolgreich umgesetzt werden kann. PsychologInnen verfügen über persönlichkeitspsychologische, sozialpsychologische und methodische Kompetenzen, in der Umsetzung von Politik Fehler zuvermeiden, indem sie empirische Studien entwerfen und deren Ergebnisse bewerten. Durch ihre diagnostische Ausbildung kennen sie die Risiken von Wahrnehmungsverzerrungen und Fehlinterpretationen, die gerade bei Entscheidungsträgern gravierende Folgen haben können. Sie haben im Prozess der politischen Umsetzungsphase das Wissen darüber, wie Kommunikation funktioniert und welche Aussagen große Wirkung haben. Darüber hinaus kennen sie aufgrund ihrer fachlichen Kompetenzen die Unterschiede menschlichen Verhaltens als Einzelperson oder in der Gruppe. Hinzu kommt aber immer noch die Angst vor Psychologen und vor deren vermeintlichen Möglichkeiten zur Manipulation, was aber dadurch verhindert wird, dass die Berufsgruppe ähnlich wie Ärzte durch einen ethischen Kodex (Ethische Richtlinien) verpflichtet, ihr Wissen und Können zum Wohl der Menschen einzusetzen. Viele Klischees des Psychologen entspringen einerseits persönlicher Unsicherheit und andererseits dem Nichtwissen über das Berufsfeld der Psychologie.

Link: International Society of Political Psychology

Quellen/strong>

http://www.politische-psychologie.de/ (10-01-04)
Keine Angst vor Psychologen! / BDP betont Kompetenzen der Psychologen. Pressemitteilung des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen vom 27. August 2014.




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