Delinquenz

1. Definition
Unter „Kinderdelinquenz“ verstehen wir Verstöße gegen das Strafgesetzbuch, die von Personen unter 14 Jahren begangen werden und wegen der juristischen Schuldunfähigkeit von Kindern keine gesetzliche Bestrafung zur Folge haben. Unsere Definition von „Kinderdelinquenz“ ist nicht gleichzusetzen mit dem im angelsächsischen Sprachraum verwendeten Begriff „delinquency“. „Kinderdelinquenz“ bezieht sich lediglich auf Gesetzesverstöße von Kindern; „delinquency“ umfasst darüber hinaus auch Verhaltensweisen wie Weglaufen, Lügen etc. und deckt sich in etwa mit unserem Begriff der „Verwahrlosung“. Da delinquente Verhaltensweisen von Kindern im Gegensatz zu den Normen des StGB stehen, die von unserer Gesellschaft zur Regelung des Zusammenlebens geschafft wurden können wir „Kinderdelinquenz“ als von der gesetzlichen Norm abweichendes Sozialverhalten ansehen. (vgl. Kluge & von Randow 1979, S. 5)

2. Definition
Der Begriff „Delinquenz“ bedarf einer Abgrenzung zur „Kriminalität“. […]
Demgegenüber fehlt es dem Delinquenzbegriff – der im Sprachgebrauch des Alltags weitgehend unüblich und unbekannt ist – an der Zementierung von Interaktionsabläufen mit Kontrollinstanzen; er macht es möglich, weitere Dimensionen sozialen Verhaltens zu erfassen, bei denen der verfahrensmäßige Aspekt nicht derart im Vordergrund steht. Dieser Begriff ist – selbst aus Sicht der Kontrolleure – wesentlich diffuser als jener der Kriminalität bestimmt. „Vorfeld des Verbrechens“, „Dissozialität“, „Verwahrlosung“ u. ä. m. sind ihrerseits wieder so komplex, dass das Definitionsproblem nur verlagert, nicht aber gelöst wird. So kann er als Bezeichnung für einen in der Entstehung und in der Behandlung auch erziehungswissenschaftliche relevanten Vorgang zwischen mehreren Beteiligten eingeführt werde. In der Darstellung als Folge von Interaktionen ist er ein dynamisches Geschehen. Damit ist klargestellt, dass kein allgemein verbindlicher Katalog von Verhaltensweisen aufgestellt werden kann, denen Delinquenz als Eigenschaft innewohnt […] (vgl. Wolff 1978, S.53f)

3. Definition
Delinquenz und Persönlichkeit
In zahlreichen Untersuchungen – vorwiegend an Jugendlichen – wurden meist nur mäßige Korrelationen zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und delinquenten oder kriminellem Verhalten beobachtet. Am besten gesichert scheinen Beziehungen zu Aggressivität, Feindseligkeit, Impulsivität, Neurotizismus und – in Übereinstimmung mit Eysencks Theorie – Extraversionen zu sein. Methodische Probleme bestehen hauptsächlich in Bezug auf die Unverlässigkeit der Delinquenzkriterien und hinsichtlich der Trennung prädelinquenter von relativ (z.B. durch Inhaftierung) bedingten Merkmalsausprägungen. (vgl. Arnold, Eysenck, Meili 1971, S. 319)

4. Definition
Delinquenz (lat. Delinquere „sich vergehen“) ist die Tendenz, vor allem rechtliche Grenzen zu überschreiten, d. h. straffällig zu werden. Nach Moffitt (1993) ist zu unterscheiden zwischen persistenter Delinquenz mit Beginn im Kindesalter und meist vorübergehender Jugenddelinquenz. Delinquenz als juristisches Phänomen sollte abgegrenzt werden von dem in der soziologischen und psychologischen Literatur über Delinquenz und Kriminalität ebenfalls häufi auftauchenden Begriff Devianz (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Delinquenz 2007).

5. Definition
Delinquenz lt. Duden: Straffälligkeit. Sie tritt in verschiedenen Erscheinungsformen auf: Eigentumsdelikte, Gewaltdelikte, Sexual-, Ordnungs- und politische Delikte, organisierte Verbrechen, etc. Delinquenz im Jugendalter ist „normal“ geworden. Man unterscheidet die
– persistent Delinquenten (von der frühen Kindheit an bis ins höhere Erwachsenenalter antisozialen Menschen)
– Jugenddelinquenten (solche, die sich nur in der Jugend antisozial verhalten.)
Problematisch sind Jugendliche mit persistentem sozialen Verhalten. Dieses Verhalten wird mit Störungen assoziiert, die bis in die früheste Kindheit zurückzuverfolgen sind. Die Gründe sind also einmal in den Eigenschaften, sodann in stabilen Entwicklungsumwelten zu sehen, die diese stabilisieren statt sie zu verändern. Die Resistenz gegen Veränderungen wird immer größer. Sie scheint nach der Pubertät fixiert zu sein (vgl. Illich 1996).

Siehe weitere Definitionen von Delinquenz.

Literatur
Kluge, K.-J., Von Randow, N. (1979). Kinder- und Schülerdelinquenz. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
Wolff, J. (1978). Delinquenz als Problem der Schulpädagogik. Ansätze zur kriminologischen Ausbildung von Lehrern. Frankfurt/New York: Campus Verlag.
Arnold, W., Eysenck, H.-J., Meili, R. (1971). Lexikon der Psychologie. Freiburg: Herder.
Wikipedia – die freie Enzyklopädie. (2007). Definition Delinquenz.
Online im Internet: WWW: http://de.wikipedia.org/wiki/Delinquenz (07-05-10)
Illich, M. (1996). Jugendliche und Devianz.
Online im Internet: WWW: http://paedpsych.jk.unilinz.ac.at/INTERNET/
ARBEITSBLAETTERORD/PRAESENTATIONORD/Thema9.html (96)



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