Clique

Eine Clique ist eine Gruppierung von mehreren Personen. Ein Zusammenschluss von einigen Menschen. Dies kann in einem kleinen aber auch in einem großen Ausmaß erfolgen. Sie bilden sich zufällig, haben keine fixen Richtlinien und auch keine wesentlichen Ziele. Eine Clique bildet eine Einheit und führt auch unter anderem Machtkämpfe gegen die Gesellschaft. Der Begriff Clique wird meist als negativer Begriff verwendet.

1.Definition:
„Eine Clique wird auch als ‚informelle Gruppe’ bezeichnet. Als informelle Gruppe werden in der Soziologie und anderen Sozialwissenschaften soziale Gruppen bezeichnet, die sich mehr oder weniger spontan gebildet haben, und weder über formale Strukturen noch über festgelegte Ziele (siehe Formelle Gruppe) verfügen. Die Abwesenheit von formellen Strukturen heißt aber nicht, dass in solchen Gruppen keine klare Rollen-Verteilung existiert, bzw. dass jeder einfach der Gruppe beitreten kann“ (ohne Autor).
2. Definition:
„Sippschaft, Gruppe, Bande, Klüngel, Partei; meist in abschätzigem Sinn gebraucht. In der Soziologie versteht man unter C.n alle informellen Gruppen innerhalb einer Organisation, die deren bestehende Ordnung aufzulösen versuchen. Cliquenbildung findet v. a. dann statt, wenn Machtkämpfe innerhalb einer Organisation im Gange sind. Die C.n versuchen ihre Ziele (z.B. Machtausübung, soziale Kontrolle und sozialer Boykott) gegen die Verhaltensregeln der Gesamtgruppe durchzusetzen“ (Meyers 1972, S.772).
3. Definition:
„Das Wort Clique leitet sich vom französischen Tätigkeitswort cliquer her, das heute von claquer verdrängt worden ist; es bedeutet: Beifall klatschen. Es erhielt schon im 18. Jh. einen meist abfällig gemeinten Sinn, den es mit der Wandlung des Wortes coterie eilte. (…) Im System der sozialen → Gebilde ist die Clique eine kleine Gruppe. Dabei handelt es sich um den beträchtlichen Unterschied zwischen den kleinen, zumeist privaten Gruppen, die den persönlichen Eigenarten einen gewissen Spielraum lassen, und den großen Gruppen. Die letzten genanten sind organisiert“ (Bernhardi 1959, S. 523 f).
4. Definition:
„(…) für das Wort „Clique“ wird oft ein Synonym verwendet, nämlich die „Peergruppe“.
Das Buch „Entwicklungspsychologie“ von Oerter-Montada erklärt den Begriff „Peergruppe“ als eine Gruppe von Gleichaltrigen und Gleichgesinnten, die im Jugendalter eine wichtige Funktion einnimmt. (…) Die Peergruppe begegnet uns meist als Clique mit einer großen Vielfalt von Ausprägungsformen des jugendlichen Lebensstils (zwei solcher Jugendstile, die konträr zueinander stehen, sind beispielsweise die Punks und die Sportgruppe).
Die „Peergruppe“ bzw. „Clique“, welche sich in der Jugend herausbildet, nimmt eine bestimmte gesellschaftliche Funktion ein. Eisenstadt (1966) meint, dass die „Peergruppe“, die gesellschaftlichen Konflikte und Defizite zum Ausdruck bringt“ (Stangl).
5. Definition:
„Menschen werden in ihrem Gruppenstatus registriert. Über die Identifikation mit der Gesamtstärke der Gruppe, die sie individuell für sich adaptieren, finden sie Beachtung. Das Identitätsgefühl mit der Gruppe führt jedoch nicht zur Herausbildung einer spezifischen, von allen akzeptierten Gruppenideologie und gebildete Gruppenideale und –vorschriften innerhalb der Szenerie konstituieren keine durchgängig einheitlichen Verhaltensnormen. Auch wenn sporadisch zu beobachten ist, dass einzelne in und mit der Gruppe Dinge vorführen, unternehmen oder gutheißen, die sie allein niemals ausführen würden, so scheint es, dass von einer Auslöschung der individuellen Züge und Selbstkonzepte und deren Ablösung durch ein Gruppenideal nicht ausgegangen werden kann“ (Thole 1991, S.155).
6. Definition:
„a) (abwertend) Personengruppe, die vornehmlich ihre eigenen Interessen verfolgt; b) Freundes-, Bekanntenkreis“ (ohne Autor 1991, S. 79).

Literatur:
Bernhardi (1959). Handwörterbuch der Sozialwissenschaften. Zugleich Neuauflage des Handwörterbuch der Staatswissenschaften. Zweiter Band (S. 523 f) Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht
Meyers. Stichwort „Clique“ Meyers Enzyklopädisches Lexikon. Fünfter Band (S. 772). Deutschland: Mayers
STANGL, W. Clique.
WWW: http://www.stangl.eu/psychologie/definition/Clique.shtml (07-10-21)
Thole, W. (1991). Familie – Szene – Jugendhaus., Alltag und Subjektivität einer Jugendclique (S.155) Deutschland: Leske + Budrich
ohne Autor (1991). Stichwort „Clique“. Der kleine Duden. Fremdwörterbuch (S. 79). Mannheim, Wien: Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG
ohne Autor (2007) Clique. Wikipedia. Die freie Enzyklopädie.
Online im internet: WWW: http://de.wikipedia.org/wiki/Informelle_Gruppe (07-10-18)



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