Lebensfallen – Muster, die Beziehungen zerstören

Es gibt im Leben der Menschen zahlreiche Muster, die in der Kindheit entstehen und sich während des gesamten Lebens immer wieder manifestieren. Jeffrey E. Young und Janet S. Klosko stellen diese „Lebensfallen“ in ihrem Buch dar:

  • Verlassenheit – aus Angst, verlassen zu werden, klammern sie sich zu stark an Menschen bis diese dann aus Platzangst die Flucht ergreifen
  • Misstrauen und Missbrauch – aus Angst, verletzt zu werden, meiden sie Beziehungen grundsätzlich oder gehen nur solche ein, in denen sie schlecht behandelt werden
  • Abhängigkeit – sie wurden nicht zur Selbständigkeit erzogen, sodass sie sich inkompetent fühlen, sich vom Partner abhängig machen und dominieren lassen
  • Verletzbarkeit – durch Überbehütung und Fernhalten vor Gefahren sehen sie das ganze Leben als eine Gefahr und entwickeln diffuse, unrealistische Ängste
  • Emotionale Entbehrung – die Eltern haben die emotionalen Bedürfnisse des Kindes nicht erfüllt, sodass alle Beziehungen als Erwachsener unbefriedigt bleiben und sie in ihrem liebesunfähigen Zustand verharren
  • Soziale Isolation – dadurch dass man nie zu einer Gruppe dazugehörte oder abgelehnt wurde, vermeidet man heute Kontakte und Freundschaften
  • Unzulänglichkeit – sie hatten als Kind das Gefühl, es nicht wert zu sein geliebt zu werden; als Erwachsender fürchten sie sich vor Liebe, weil sie kaum glauben können, dass man sie schätzen kann
  • Versagen – sie konnten in der Schule den Anforderungen nicht genügen und bleiben im Erwachsendenalter dieser Lebensfalle treu, indem sie das Ausmaß ihres Versagens übertrieben darstellen, um dieses Verhalten weiterhin sicherzustellen
  • Unterwerfung – ein Elternteil hat sie unterdrückt, sodass sie als Erwachsender zu Beziehungen zu dominierenden Personen hingezogen fühlen und sich ihnen unterwerfen
  • Überhöhte Standards – nichts, was sie als Kind taten, war für ihre Eltern gut genug, sodass sie heute rein materiell orientiert sind
  • Anspruchshaltung – typisches Verhalten verzogener Kinder, denen keine Grenzen aufgezeigt wurden. Als Erwachsene werden sie schnell wütend, wenn sie nicht bekommen, was sie wollen





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  2. Den Partner mit anderen Augen sehen

    Mit dieser Übung kann man lernen, einen Partner besser wahrzunehmen und ihn wieder neu zu schätzen: Man setzt sich einander gegenüber und schaut sich in die Augen. Man atmen mehrere Male tief ein und aus und lässt das Herz ruhig und weit werden. Man sieht sich aufmerksam an, ohne zu reden. Achtet dabei auf das, was man an seinem Partner liebt und was an ihm besonders ist. Man gibt einander ein Zeichen, wenn man sich genug betrachtet hat, und spricht hinterher über die Wahrnehmungen und Gefühle.

    By Imago Paartherapeut on Feb 24, 2009

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