Schlafstörungen

Bei den Erwachsenen leiden etwa 25 Prozent unter Schlafstörungen. Von Schlafstörung (Insomnie) spricht man, wenn man mindestens dreimal pro Woche über einen Monat lang schlecht ein- oder durchschläft. Als Ursachen geben Patienten körperliche Symptome wie Schmerzen, Stress, Grübeln, Angst, Lärm und Ärger an.
Der Großteil der Menschen schläft sieben bis acht Stunden, Frauen im Schnitt eine Stunde länger als Männer. Mit dem Alter nimmt das Schlafbedürfnis ab. Falsch ist, dass der Schlaf vor Mitternacht ein gesünderer wäre, denn die Schlafarchitektur kennt den Leichtschlaf, den mittleren Schlaf und den Tiefschlaf, die unabhängig von der Tageszeit sind.
Folgen von Schlaflosigkeit:

  • Körperliche und geistige Leistungsminderung.
  • Schlechtes psychologisches Befinden mit z. B. innerer Unruhe, sexueller Lustlosigkeit.
  • Schwächung des Immunsystems.

Ursachen für Insomnien:

  • Restless legs Syndrom: Sechs bis 12 Prozent sind vom Brennen und Kribbeln in den Beinen in Ruhe betroffen. Behandelt wird z. B mit Dopaminantagonisten oder dem Parkinson Medikament L-Dopa.
  • Obstruktive Schlafapnoe: Rund 30 Prozent der Insomnien sind organisch bedingt, 70 Prozent haben eher psychische Ursachen. Etwa zwei Prozent der Frauen und vier Prozent der Männer leiden unter behandlungsbedürftigem Schlafapnoesyndrom (Atemaussetzer von mindestens zehn Sekunden aufgrund einer Einengung der muskulären Anteile der oberen Atemwege in Verbindung mit Schnarchen).

Hilfe bei Schlafstörungen:
Gewichtsreduktion, Schlafen in Seitenlage, Vermeidung von Alkohol vor dem Schlafengehen kann manchmal Besserung bringen. Bei großem Leidensdruck ist eine Nasenmaske angeraten; sie erzeugt einen erhöhten Druck beim Einatmen, um die Engstelle im Atemwegsbereich zu überwinden.

Lärm und Schlaf

Wer beim Schlafen einer höheren Lärmbelastung ausgesetzt ist, kann unter Schlafstörungen oder Schlaflosigkeit leiden, wobei eine langfristige Lärmbelastung über 55 Dezibel, die etwa dem Geräuschpegel einer belebten Straße entspricht, auch eine Ursache für Bluthochdruck und Herzinfarkte sein kann. Auch wenn Menschen schlafen, reagieren ihre Ohren, ihr Gehirn und ihr Körper trotzdem weiter auf Geräusche. Nächtliche Lärmbelästigung durch Flugverkehr kann auch dann Bluthochdruck verursachen, wenn die Betroffenen davon nicht aufwachten.
Besonders schädlich sind die Auswirkungen von Lärm dann, wenn Menschen während des Einschlafens wieder aufwachen, aber auch Fluglärm am frühen Morgen wirkt sich durch eine dadurch verursachte Beschleunigung der Herzfrequenz schädlich aus. Da Kinder längere Zeit im Bett verbringen als Erwachsene, sind sie nächtlichem Lärm in verstärktem Maße ausgesetzt. Schlafende werden durch einen Schutzmechanismus in lauter Umgebung nicht von jedem Geräusch aufgeweckt, denn bei einer gewohnten Geräuschkulisse oder nur kleinen Abweichungen bleibt eine Reaktion der Hörrinde im Gehirn aus und die Aktivität anderer Hirnbereiche wird sogar nach unten geregelt. Das soll verhindern, dass Schlafende aufwachen. Heruntergeregelt werden im Gehirn dabei jene Areale, die für das Auslösen von Alarm und entsprechenden Bewegungen zuständig sind, wobei das Gehirn eine Filterung vornimmt, denn wird etwa der eigene Name gerufen, so erwacht man dennoch.

Siehe auch Neurobiofeedbacktraining mit Schlafspindeln.

Quellen
http://www.nachrichten.at/
http://www.news.de/gesundheit/855027844/naechtlicher-laerm-macht-krank/1/ (09-10-09)




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