Eignungsdiagnostik bei der Personalauswahl

Testergebnisse häufig falsch interpretiert

Selbst qualifizierte Eignungsdiagnostiker kommen häufig zu Fehleinschätzungen. Sehr viele Anwender von Testverfahren interpretieren fälschlich den erreichten Punktwert. Sie lassen dabei den immer vorhandenen Messfehler völlig außer Acht. Nur eine korrekte Klassifikation von erzielten Werten unter Berücksichtigung der Größe des Messfehlers ist praktisch vertretbar. Vor allem bei einer fehlenden Planung der Erhebung qualitativer Daten kann es im Nachhinein sehr schwierig oder gar unmöglich sein, den Verhaltensausschnitt sicher zu beschreiben, in dem bestimmte Verhaltensweisen gewohnheitsmäßig zu beobachten sind. Es ist daher immer zu beschreiben, in welchen Klassen von Situationen eine beurteilte Person sich wie verhält. Der häufigste Fehler sind dann – wie im Alltag – zu stark verallgemeinernde Aussagen, wie sie bei der Verwendung von Eigenschaftswörtern leicht der Fall sind. Ein ähnlicher Fehler liegt dann vor, wenn das Verhalten in einer Klasse von Situationen mit dem in einer anderen verwechselt wird. Es kann z.B. geschehen, dass fälschlich vom Verhalten im Umgang mit Kunden auf das Verhalten gegenüber Mitarbeitern geschlossen wird.

Der Diagnostiker warnt vor den häufigsten Fehlerquellen:
Testautoren schlagen gelegentlich unangemessene Vorgehensweisen vor.
Bei selbstentwickelten Verfahren ist die Fehleranfälligkeit noch höher.
Besondere Untersuchungsbedingungen werden oft nicht berücksichtigt.
Normen eines handelsüblichen Tests gelten in der Regel nur für Personen, die ihn erstmals ausführen; bei einer Wiederholung, also Übungseffekten, muss sich die Interpretation ändern.




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