Die innere Uhr

Chronische Schlafstörungen beeinträchtigen nicht nur kurzfristig die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Menschen, sondern haben fatale gesundheitliche Langzeitfolgen wie Bluthochdruck, Erkrankungen der Herzkranzgefäße und Depressionen. Viele Menschen haben im hektischen Alltagsgeschehen verlernt, vernünftig mit ihrem Schlafbedürfnis umzugehen.
Ob jemand Frühaufsteher oder Langschläfer ist, legen die Gene in Form einer inneren Uhr fest, die aus rund 20 000 Nervenzellen besteht, die im Gehirn direkt über dem Sehnerv sitzen. Über feine Nervenfasern ist dieser Zeitgeber mit dem Sehnerv verbunden, der sie mit seinen elektrischen Signalen täglich neu stellt. Auf Grund eines meist beruflich bedingten Arbeitsrhythmus müssen viele Menschen – nicht nur Schichtarbeiter – die Vorgaben ihrer inneren Uhr missachten. Indem sie versuchen, sich gegen ihre Natur an ihre Arbeitszeiten oder Gewohnheiten von Lebenspartnern und Freunden anzupassen, leiden sie häufig an Schlafstörungen oder Kopfschmerzen. Schlafforscher haben auch gute Argumente, um die Forderung nach späteren Schulzeiten vor allem in den höheren Klassen zu begründen, denn die in unseren Breiten üblichen Schulzeiten belasteten Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, denn diese vor 9:00 oder 9:30 Uhr zu unterrichten, ist ziemlich kontraproduktiv.
Leider sind auch viele Gerüchte über den normalen Schlaf im Umlauf, denn wer glaubt, ein Gesunder müsse sieben oder acht Stunden am Stück schlafen, liegt falsch und macht sich unnötig Druck. Der Biorhythmus der Menschen folgt einem wellenartigen Auf und Ab von mehr oder minder wachen und schlaftrunkenen bis verschlafenen Phasen im Tagesverlauf. Im ungünstigsten Fall passieren in solchen verschlafenen Phasen Unfälle im Straßenverkehr oder es verletzen sich Menschen bei der Arbeit.

Unter Verwendung von Schmidt, Walter (2009). Schlechte Nacht, guter Tag. Neues Deutschland vom 10.2.




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