Lösungsorientiertes Coaching

Klaus Eidenschink
Der einäugige Riese: „Lösungsorientiertes Coaching“
Vom Unsinn einer problematischen Fokussierung

Warum Coacher mit Psychologen verglichen werden
Ein Coach wird dann hinzugezogen, wenn in einer Firma etwas nicht so läuft wie es soll. Wenn man mit dem Klienten in Verbindung tritt wird er sein eigentliches Problem nicht erläutern da er dieses zu verstecken versucht um nicht seine Kompetenzen verlieren. Sei es bewusst oder unbewusst. Geht man als Coach mit den Ansichten des Klienten konform, bestärkt man diesen in seinem bisherigen Handeln. Man muss eine Brücke zu dem Klienten schlagen, ohne Ihm das Gefühl zu geben „recht“ zu haben. Oft wird man im Coachingbereich als Psychologe dargestellt, da man nicht nur an einer Lösungsfindung arbeitet, sondern auch in der Problemanalyse (vgl. Eidenschink 2006a, S. 25ff).
„Man kann mittlerweile sehr häufig hören und lesen, dass die Arbeit am Problem etwas für die Psychotherapie sei, die Arbeit mit der Lösung Kern von Beratungsarbeit. Ähnlich wird das Argument verwendet, dass Coaching und Beratung lösungsorientiert sein sollen, weil man hier ja mit den Gesunden am Erfolg und den Ergebnissen arbeitet, während die Problemorientierung für die Kranken ist, die geheilt werden wollen“ (Eidenschink 2006, S. 25).
Durch die Vergangenheit wird man dahingehend geprägt, Fehlschläge zu vermeiden und nicht sein Gesicht zu verlieren. Sobald ein Mensch im Berufsleben steht, ist er darauf bedacht keine Fehler zu machen. Er wird versuchen die Wege zu gehen die für ihn am angenehmsten sind, das heißt jedoch nicht, dass diese Wege auch die richtigen sind. Denn was ist angenehm? Für den einen ist es angenehm wenn die Angestellten Respekt zeigen; dieser Manager wird sein Ziel darin sehen, eher Angst und Schrecken zu verbreiten, als das er ein Familiäres Betriebsklima aufbaut. Hier kann sein Handeln daher rühren, dass er Bindungsängste, bzw. Verlustängste hat und somit keine Emotionale Verbindung zu seinen Angestellten wünscht. Denn wenn Ihn die Leute von Anfang an nicht mögen, dann empfindet er auch keinen Verlust, wenn mal einer Kündigt. Ebenso gerät er nicht in die Situation, dass ihm ein Angestellter einen anderen Vorschlag zur Lösungsfindung bzw. Problemlösung unterbreitet. Denn dieser Herr weiß was er will. Sein Problem wird darin liegen, nur seine Meinung gelten zu lassen, ein nicht sehr gutes Betriebsklima zu haben aber nicht zu wissen warum Diesen Manager sollte man Sensibilisieren. Er sollte lernen auf Vorschläge, Wünsche und Anliegen seiner Mitarbeiter einzugehen. Dann wird im laufe der Zeit das Betriebsklima besser und die Mitarbeiter würden motivierter an die Sache herangehen. Im Endeffekt wird sein Ziel erreicht werden. Und zwar das Wirkliche Ziel. Ein langfristiger Erfolg (vgl. Eidenschink 2006a, S. 25ff).
Für einen Manager der einen Coach in Anspruch nimmt der ein sehr gutes Betriebsklima hat, jedoch sich bei Entscheidungen schwer tut, haben wir den umgekehrten Fall. Dieser Herr hat vermutlich Angst alleine eine Entscheidung zu treffen und diese auch zu verantworten, weil er die Reaktion von seinen Angestellten fürchtet. Er wird alles daran setzten seine Entscheidungen dahingehend anzupassen um den anderen Gerecht zu werden. Auch dieser Prozess muss nicht zwingend bewusst stattfinden. Natürlich möchte dieser Herr alleine Entscheidungen fällen, steht sich aber selber im Weg, da er Angst hat die falsche Entscheidung zu treffen (vgl. Eidenschink 2006a, S. 25ff).
„Wer gegen etwas ist, wird zur anderen Seite der Medaille und begehrt damit in aller Regel den abgelehnten Fehler spiegelbildlich“ (Eidenschink 2006, S. 25).
Der Weg zu langfristigen Lösungen
Die Aufgabe des Coachens darf nicht nur darin bestehen, den Klienten bei seinem Problem wegen was der Coach gerufen wurde zu helfen. (Die Mitarbeiter zu Motivieren, oder den richtigen Weg einzuschlagen, wenn es 2 Richtungen gibt) vielmehr sollte der Coach helfen die Wirklichen Wünsche des Klienten herauszufinden und dann mit ihm an der Umsetzung arbeiten. Denn langfristig wird das Unternehmen in dem sich dieser Manager befindet mehr motivierte Mitarbeiter haben und dadurch mehr Gewinn abwerfen. Dadurch wird ein Manager selbst freier und motivierter. Der Erfolg wird nicht lange auf sich warten lassen (vgl. Eidenschink 2006a, S. 25ff).

Verwendete Literatur
Eidenschink, K. (2006). Der einäugige Riese „Lösungsorientiertes Coaching“ Vom Unsinn einer problematischen Fokussierung. Psychologie in Österreich, 2006, 25-31.




You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017