Cyberchondrie – Hypochondrie durch das Internet

Die zahlreichen Krankengeschichten, die im Internet kursieren, hinterlassen bei vielen ein mulmiges Gefühl. Vor allem wer zum eingebildeten Kranksein neigt, fühlt sich nach einem Gesundheitscheck schnell schlechter als zuvor.
Das Internet ist heute für viele Menschen die erste Anlaufstelle für Menschen mit Symptomen, denn die Hemmschwelle ist hier niedriger. Und im Netz findet sich zu jedem Symptom gleich eine passende Krankheit. Menschen, die zur Hypochondrie neigen, erhalten passende Belege für ihren Krankheitsverdacht. Ein Kribbeln in den Fingern wird zum ersten Anzeichen von Multipler Sklerose, Bauchweh wird dann zu Darmkrebs, leichter Husten gleich zur Lungenentzündung.
Die unzähligen Krankheitsgeschichten im Netz wecken aber auch Ängste bei Menschen, die sich bisher wenig Gedanken über ihre Gesundheit gemacht haben. Laien bekommen viele medizinische Informationen im Netz, deren Wahrheitsgehalt ist aber kaum einschätzbar, was viele verunsichert. Oft führt die Furcht in einen Teufelskreis, denn die Angst vor einer Krankheit verschlimmert die Symptome tatsächlich. Cyberchonder tun häufig nichts nichts anderes mehr, als im Internet ihre Symptome zu prüfen, was zu einer Art Sucht führen kann. Z.B. charakterisiert die Orthorexia nervosa  eine Besessenheit vom gesunden Essen bzw. krankheitswertigem Gesundessen. Dabei handelt es sich um eine Essstörung, bei der die ständige Sorge um Gesundheit zu einer krankhaften Fixierung auf gesundes Essen führt.

Quelle: OÖN vom 04.04.2008




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