Das Internet: für Jugendliche nur ein Ergänzungsmedium

Jugendliche nutzen das Internet in erster Linie, um zu kommunizieren, Informationen zu suchen und neue Technologien zu erlernen. „Doch im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit jugendtypischen Entwicklungsaufgaben ist das Internet offensichtlich nur sehr bedingt nützlich“, ergab eine Studie der Soziologin Dr. Dagmar Hoffmann.
Allgemein lassen sich über Medienpräferenzen – wie z.B. die allabendliche TV-Sendung „Gute Zeiten – schlechte Zeiten“ – spezielle Lebensstil- und Szenenzugehörigkeiten erreichen. Online ist dies kaum möglich. Einen „identitätsstiftenden Gewinn“ ziehen Jugendliche nur ausnahmsweise aus dem Netz.
„Zwar macht sich eine Szenenzugehörigkeit nicht nur an der Rezeption einer bestimmten Fernsehserie fest, sondern Szenenzugehörigkeiten bestimmen sich aus einer Vielzahl von Präferenzen; doch die Bevorzugung bestimmter Websites kann kaum ein Kriterium sein. Dies liegt sicherlich an dem Umstand, dass das Internet primär als Ergänzungsmedium betrachtet wird.“ Bindung und Nutzen der „Kernmedien“ wie Hörfunk, Fernsehen und Zeitschriften sind weitaus stärker.
Im Gegensatz zum Internet ist das Radio für Jugendliche ein Medium, das beim Erwachsenwerden hilft; Jugendliche reduzieren per Hörfunk den Stress, den jugendtypische Entwicklungsaufgaben für viele mit sich bringen.

Dagmar Hoffmann (2007). Die Nutzung neuer Medien: Jugendkulturelle Ausdrucksform oder Entwicklungsbewältigung im Moratorium? In Klaus Boehnke, Thomas Münch (Hrsg.), Jugendsozialisation und Medien Pabst Science Publishers.




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